Druckgrafik 2015 / 2016

Sequenz Hochdruck

 

Ausgangslage

Im Schwerpunktfach BG am Gymnasium Kirschgarten, Basel, liegt der Fokus im 4. Gymnasialjahr einerseits auf der Druckgrafik und andererseits auf dem digitalen Gestalten am Computer. kunst/mobil konnte hier eine längere Unterrichtssequenz mit dem Thema Hochdruck durchführen und gleichzeitig ein weiteres Ziel angehen; die Zusammenarbeit mit Studierenden, die im Rahmen ihrer Ausbildung resp. eines Unterrichtspraktikums eine kunst/mobil – Sequenz mitentwickeln und begleiten. Zwischen August und November 2015 haben Danielle Hayoz als Praktikantin und Michaela Stähli als Lehrperson und kunst/mobil – Vertretung mit zwei Gruppen gearbeitet, teilweise fand der Unterricht in Form eines Teamteaching statt. Total umfasste die Unterrichtssequenz 7 mal 3 Lektionen; teilweise wurde diese nur mit der Lehrperson, teilweise mit der Studentin und der Lehrerin zusammen durchgeführt.

Posten und Reflexion

Die Druckgrafik als weiteres Spielfeld der Zeichnung – mit dieser Idee wurden Posten entwickelt, welche in 2 x 3 Lektionen von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet wurden. Dabei lag der Fokus auf dem Ausprobieren und dem Erfahren von vielfältigen Verfahren, Spuren und Bildern, welche mit Hochdruck entstehen können. Am Rande fand auch bereits innerhalb der Werkstatt eine Annäherung an Entscheidungen statt, welche erst zu einem späteren Zeitpunkt präsenter werden würden; beispielsweise war die Serie bereits ein Thema, ebenso die Wahl von unterschiedlichen Papieren, Papierformaten und Bildausschnitten.

Analog der Zeichnungswerkstatt wurden auch hier zu den jeweiligen Posten Reflexionsfragen gestellt:

  • Von welcher Materialgruppe hast Du die spannendsten Resultate erhalten?
  • Welche Erfahrungen hast Du mit dem Sucher gemacht?
  • Mit welchen Mitteln erreichst Du die Illusion der Vergrösserung?
  • Worin unterscheiden sich Druck und Zeichnung? Sieh Dir besonders die Beschaffenheit der Linien und die Stellen, wo sich Linien kreuzen genau an.
  • Wie unterscheiden sich die Abdrucke auf den unterschiedlichen Papieren?
  • Beschreibe die Erfahrung, die Du mit deinem Körper gemacht hast.
  • Beschreibe die beiden Kompositionen. Erkläre worin sie sich unterscheiden.
  • Ordne 3-10 Drucke zu einer Serie. Markiere auf der Rückseite die Ausrichtung und die Reihenfolge.
 Vergleiche diese mit einem einzelnen, allein stehenden Druck.
  • Was geschieht mit Deinem Bildausschnitt durch den (spiegelverkehrten) Druck?
  • Vergleiche die Ästhetik des Tetrapack- Drucks mit der des Linolschnittes.
 Ärgern Dich die vorgegebenen Linien oder findest Du sie hilfreich?

Hausaufgabe

Parallel zur Arbeit mit der Werkstatt im Unterricht entstand in Hausaufgabe eine kleine Sammlung von Druckerzeugnissen, welche in einer Auslegeordnung im Plenum besprochen und geordnet wurde. Diese fanden ihren Weg, genau wie alle Experimente und Drucke aus der Werkstatt, in die Dokumentation der gesamten Unterrichtssequenz in Form eines mit Klammern „gebundenen“ Büchleins.

Eigene Arbeit mit Hochdruck: Variation

In der dritten Unterrichtseinheit wurden die SchülerInnen an einen nächsten Teil herangeführt – an die eigene Arbeit, an welcher die Klasse die folgenden 5 Male arbeiten konnte.

Auf der Grundlage der Erfahrungen und Erlebnisse der Werkstatt und der Vorlieben und Interessen, die dabei entstanden sind, ging es nun um eine Umsetzung mit Hochdruck zum Thema „Variation“. Ziel war es, auf der Basis der Werkstatt eine eigene, ungegenständliche gestalterische Lösung in einer oder auch mehreren Techniken des Hochdrucks zu entwickeln. Ob es sich beim End- oder Zwischenresultat um eines, mehrere oder eine Serie von Bildern handelte war den SchülerInnen freigestellt.

Es wurden die in den verschiedenen Posten entstandenen Ergebnisse ausgelegt, um Gemeinsamkeiten und Interessen zu formulieren. Weiter hat die Klasse im Plenum über die nun offen stehenden Möglichkeiten nachgedacht; Begriffe wurden an der Tafel gesammelt und Ideen aufgeschrieben. Die SchülerInnen erhielten ein Faltblatt mit Fragen und Strategien für das Weiterarbeiten, falls sie im Arbeitsprozess anstehen sollten.

In den nächsten vier Einheiten standen das Experimentieren, Ausprobieren, Abwägen, Entscheiden und Ausarbeiten der persönlichen Arbeiten im Zentrum, so dass die Arbeiten zu einem Abschluss oder einem Zwischenstand kommen konnten. Gegen Ende der Sequenz wurde im Plenum über Bildaufbau und Bildträger und deren Auswirkungen auf das Motiv diskutiert.

Was macht eigentlich ein gutes Bild resp. einen guten Druck aus? Wie wirkt unterschiedliches, farbiges oder raues Papier im Vergleich zum klassischen Zeichenpapier? Eine weitere Frage betraf besonders die Form der Arbeit – Wie gross sollten die Bildträger sein und war die Arbeit beispielsweise als Einzelbild oder als Serie gedacht? Die Resultate zeigten eine grosse Vielfalt, nicht nur innerhalb den einzelnen Arbeiten sondern auch in den Herangehensweisen an die Möglichkeiten des Hochdrucks.

 

 

 

 

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