Experiment Zeichnen

Die Unterrichtssequenz Experiment Zeichnen wurde im Februar/März 2015 in Zusammenarbeit mit Carlos Granado (Lehrperson) und SuS der Berufsfachschule Gesundheit im Ergänzungsfach Kunst (SEK II, Münchenstein, BL) durchgeführt. Anlass hierfür war das gegenseitige Interesse von Carlos Granado und kunst/mobil, gemeinsam eine Unterrichtseinheit aufgrund der 2014 entwickelten Zeichnungswerkstatt zu erarbeiten und durchzuführen.

Die Aufforderung und Einladung des Pädagogischen Zentrums Basel, im BG-Unterricht zu experimentieren und die Prozesse als auch Ergebnisse anderen Lehrpersonen vorzustellen, bewegte uns dazu die Thematik des Experimentierens im Unterricht explizit aufzugreifen. Die Aufgabenstellung erfolgte in drei auf sich aufbauenden Teilen.


RECHERCHE

Nach einem kurzen Rundgang mit der Klasse durch die Räumlichkeiten des Campus der Künste wurde das Projekt kunst/mobil und das Unterrichtsvorhaben vorgestellt. Als Einstieg wurde ein Skizzenheft ausgeteilt und eine Rechercheaufgabe gestellt: Sammeln Sie Material, Eindrücke, Gedanken rund um den Begriff Experiment. Bringen Sie ihre Ergebnisse in diesem Heft in den Unterricht mit.

Folgende Fragestellungen können Sie anregen zu diesem Thema zu recherchieren:

  • Was verstehen Sie unter einem Experiment?
  • Was könnten Eigenschaften, Merkmale, Verfahrensweisen sein?
  • Was macht ein Experiment aus?
  • Darf ein Experiment scheitern?
  • Welche Experimente finden oder fanden an Ihrer Schule statt?
  • Haben Sie selber schon einmal experimentiert? Falls ja, womit oder wozu?
  • Machen Sie Experimente im Alltag?

Die Sammlungen wurden nach zwei Wochen ausgelegt und im Plenum besprochen. Der Begriff wurde besonders hinsichtlich Unterschiede und Gemeinsamkeiten von naturwissenschaftlichen und künstlerischen Experimenten diskutiert.


WERKSTATT

Anschliessend rückte die Aufmerksamkeit in Richtung Zeichnung. Eine erste Annäherung an experimentelle Herangehensweisen löste die Zeichnungswerkstatt aus, diese wurde in den Vorbereitungen um neue Posten erweitert. Die SuS setzten sich so mit einer bisher eher fremden Art des Zeichnens auseinander, was ihr Verständnis von Zeichnung durchaus öffnete, sie gleichzeitig aber auch irritierte. Über einen spielerischen Umgang wurden Zeichnungen praktisch erprobt und ausgelotet. Die bislang bekannte abbildende, darstellende Funktion von Zeichnungen, meist am Gegenstand orientiert, wurde in Frage gestellt.

  • Was ist eine Zeichnung?
  • Wo kommen Zeichnungen vor?
  • Müssen Zeichnungen eine Funktion erfüllen?
  • Gibt es unterschiedliche Zwecke, die Zeichnungen erfüllen können oder sollen?
  • Wo haben Sie Zeichnungen entdeckt?
  • Was macht für Sie eine gute Zeichnung aus?
  • Zeichnen Sie gerne? Warum ja/nein?
  • Was denken Sie passiert im Kopf wenn Sie selber zeichnen?

EXPERIMENT ZEICHNUNG IM RAUM

Im letzten Teil der Aufgabenstellung ging es darum, die gemachten Erfahrungen in ein eigenes Experiment einfliessen zu lassen. Die Zeichnung sollte noch ein Schritt weiter ausgelotet werden, die Fläche verlassen und raumgreifend wachsen. Ein geeigneter Raum musste her. Die Entscheidung fiel auf den Projektraum der Flatterschafft. Einerseits aus ganz pragmatischen Gründen; in einem unbespielten, unbefangenen Projektraum ist genügend Platz für 19 experimentierfreudige SuS. Andererseits war es uns ein Anliegen, die SuS an einen Ort zu führen, an dem täglich auf allerlei Ebenen experimentiert wird. Ein kurzer Input von Künstlerbeispielen sollte die Aufgabe verdeutlichen.

Innerhalb von zwei Doppellektionen haben sich die SuS in Kleingruppen organisiert und sich selbständig Teile des Projektraumes angeeignet. Hierfür wurde diverses Material bereitgestellt (Schnüre, Papiere, Klebebänder, Stifte, Projektor, Farben, etc.). Manche sind von ganz klaren Vorstellungen des Endproduktes ausgegangen und haben diese ohne grosse Diskussionen oder Abweichungen verfolgt. Andere wiederum haben mit einer ersten Idee angefangen und diese wachsen lassen. In der Schlusspräsentation wurde das Gewicht auf die Darlegung möglicher Lösungsansätze, Vermittlung des Prozesses und Entscheidungsfindung gelegt.

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Beitrag am Forum Experimentieren im Gestaltungsunterricht, Mai 2015

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