Grosse Gesten

Das Projekt Grosse Gesten wurde mit Primarschulkindern der 3. und 4. Klasse, Studierenden, Lehrpersonen und Dozierenden im Bereich Fachdidaktik BG im Kanton Graubünden durchgeführt. Leerstehende Ställe an Feldwegen, deren Verwendung weitgehend unklar ist, dienten als Ausgangspunkt des Projekts.

Nach einer halbtägigen Besichtigung (Kinder und Studierende) in Gruppen schrieben die Kinder dem/der jeweiligen Studierenden der Gruppe einen Brief, der ihre Vorstellungen einer möglichen Umsetzung in Form von Zeichnungen, Plänen oder Produktskizzen beinhaltete. Dazu kamen Werkzeuglisten und Materialangaben. Die Zeichnung fungierte v.a. als Informationsträger für das Überbringen der Ideen der Kinder an ihre „Projektleiter“ und waren nicht reglementiert.

Die Briefe bildeten die Ausgangslage für das Projekt. Nach einem Antwortbrief der Studierenden ging es anschliessend darum, sich in weiteren Treffen (ca. 3 Arbeitshalbtage) gemeinsam an ein Aushandeln der Lösungen möglichen Varianten einer Umsetzung zu machen. Die Idee des Briefwechsels kam aus der Einsicht auf, dass oftmals Lehrpersonen durch Vorgaben, Festgelegtem oder Vorentschiedenem für den Projektverlauf vieles vorwegnehmen oder gar verunmöglichen.

Im Kontext einer Studienwoche standen anschliessend insgesamt 3 Tage für das Projekt zur Verfügung. Es wurde vor Ort, in Schulzimmern und Werkstätten gearbeitet. Hierbei waren für die Studierenden folgende Fragen wichtig:

  • Wie gehe ich mit den Ideen der SuS um?
  • Wie stark steuere ich den Prozess, „drücke meinen Stempel auf“?
  • Welches Material ist für die Umsetzung geeignet, welches weniger?

Weitere Fragen nach Zuständigkeiten erforderten das Aushandeln der Kompetenzbereiche. Zum Wissen, Können und Wollen kommt der Kompetenz in diesem Zusammenhang die Last bzw. die Macht der Verantwortung zu.

Auch die Frage nach Qualität, Wertigkeit, Stringenz, Schärfe/Unschärfe gehören zum Prozess. Die Sensibilisierung gegenüber Momenten der Entscheidungsfindung und das bewusste Treffen dieser Entscheidungen gilt es ins Blickfeld zu rücken. Das Verfassen von Zeichnungen und Texten ist so wichtig wie der gedankliche Rückgriff auf solche Dokumente.

Zum Abschluss wurde eine Vernissage organisiert an welche die Kinder ihre Eltern und Interessierte einladen konnten. Ihnen war es besonders wichtig, an die Öffentlichkeit treten zu können und ihre Ergebnisse zu zeigen.


Lukas Bardill ist Lehrperson BG, Fachdidaktiker an der PH Graubünden und Künstler. Er arbeitet im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kunstvermittlung.

Kontakt: lukas.bardill@phgr.ch

LB gemeinsame_begehung LB gebaeudegruppe LB 4d_team2_02 LB 4d_team2_01 LB 1a_team2_4e LB 1a_team2_4d LB 1a_team2_1b LB 1a_team2_1a