Potentiale prozessorientierten Zeichnens

Das Unterrichtsprojekt Interventionen im Alten Gymnasium Sarnen – Potentiale prozessorientierten Zeichnens welches Julie-Anne Gardo im Rahmen ihrer Masterarbeit realisiert hat, ist im Alten Gymnasium Sarnen, im Kanton Obwalden entstanden. Das Alte Gymnasium in Sarnen ist ein imposantes Gebäude und ein geschichtsträchtiger Bau, welcher eine Kapelle, ein Theater und eine Säulenhalle als Eingangsbereich umfasst. Julie-Anne Gardo arbeitete mit einer Klasse von 13 SuS, welche Bildnerisches Gestalten als Grundlagefach gewählt haben.

In einer zeichnerischen Erkundungstour haben die SuS Skizzen im ganzen Schulhaus angefertigt, um sich so mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Auf verschiedenen Bildträgern, in verschiedenen Formaten und mit verschiedenen Zeichenwerkzeugen (oder Nicht – Zeichenwerkzeugen) wurden fünf Standorte in je 10 Minuten abgezeichnet. Nach dieser ersten zeichnerischen Auseinandersetzung mit eher architektonischem Abzeichnen, habe die SuS das Gebäude fotografiert. Diese Fotografien wurden ausgedruckt und die SuS haben erste Ideen für mögliche ortsbezogene Interventionen darüber gezeichnet.

Alle diese Zeichnungen wurden gemeinsam besprochen. Hinzugezogen wurden auch Arbeiten von Schweizer Künstlern, welche sich mit dem Medium Zeichnen beschäftigen. Die Zeichnungen der SuS wurden nicht darauf besprochen, ob sie richtig oder falsch sind, sondern andere Qualitäten wurden formuliert: Was kann Zeichnung alles sein? Verstehe ich die Zeichnung? Was müsste man ändern, dass ich sie besser verstehe? Die Zeichnungen wurden zudem nicht als naturalistische und abbildende Darstellungen besprochen, sondern als Kommunikationsmittel diskutiert. Anhand dieser Besprechungen und den daraus hervorgegangenen Fragen und Antworten, suchten die SuS weiter nach persönlichen, ortsbezogenen Anknüpfungspunkten für eine eigenständige Arbeit, an welcher sie 13 Doppellektionen lang arbeiteten. Im Rahmen der gestalterischen Umsetzung wurde mit unterschiedlichsten Materialien gezeichnet. Aufgrund der Widerstände von Materialien (beispielsweise Zeichnen mit Klebeband) konnten die SuS zwangsläufig nicht mehr so detailliert arbeiten.

Die entstandenen Werke wurden als Abschluss im ganzen Schulhaus an unterschiedlichen Orten ausgestellt. Dieser Öffentlichkeitscharakter motivierte die SuS. Der Arbeitsprozess wurde in einem Arbeitsheft dokumentiert, zudem mussten die SuS auf einer Werkwand ihre Arbeit und den Prozess mittels Text und Bildmaterial reflektieren und dokumentieren.


Julie-Anne Gardo hat die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern 2013 mit dem Master in Art Teaching abgeschlossen. Zuvor hat sie den Bachelor in wissenschaftlicher Illustration, ebenfalls in Luzern abgeschlossen. Seit dem Sommer 2014 unterrichtet sie am Gymnasium Neufeld in Bern.

Kontakt: julie.ag@gmx.net

JAG 2.2

JAG IMG_0021

JAG IMG_0126

JAG _DSC0541