Tierzeichnen  

Am Gymnasium in Biel zeichnen die Schülerinnen und Schüler ausgestopfte Tiere nach Beobachtung ab. Dieses Gegenstandszeichnen hat Céline Froidevaux in drei Etappen gegliedert um die SuS schrittweise an die Aufgabe heranzuführen. In der ersten Etappe wird das Tierzeichnen mit verschiedenen, skizzenartigen Übungen eingeführt, in der zweiten Etappe beschäftigen sich die SuS mit der Silhouette des Tieres und in der letzten Etappe, der eigentlichen Aufgabe, wird das Tier im DIN A2 Format mit Kohle oder einem weichen Bleistift gezeichnet und mit Tonwerten ausgeführt.

Zur ersten Etappe gehören verschiedene spielerische Zeichenübungen. In der ersten Übung bekommen die SuS die Aufgabe, das ausgestopfte Tier nur zu beobachten, es danach unter dem Tisch zu verstecken und aus der Erinnerung zu zeichnen. Anschliessend holen sie ihr Tier wieder unter dem Tisch hervor und vergleichen es mit der so eben entstandenen Zeichnung. Diese Übung wird am besten mehrmals wiederholt, damit sich die Beobachtung der SuS schärft und verbessert.

In der zweiten Übung soll das ausgestopfte Tier mit nur einer Linie ohne Unterbruch erfasst werden. Das Tier soll langsam beobachtet werden und die zeichnende Hand koordiniert werden, ohne die Geste mit einem Blick auf das Blatt zu überprüfen. Die Aufmerksamkeit wird auf die Konturen und die inneren Bezugslinien festgelegt. Das genaue Beobachten an Details wird geübt und die Konzentration auf das Subjekt gelegt, ohne sich um das Ergebnis zu kümmern. Durch ruhiges und langsames Arbeiten können expressive Details wie beispielsweise die Krümmung und Schärfe von Schnabel und Krallen beobachtet werden. Auch diese Übung soll mehrmals wiederholt werden.

Die dritte Übung gibt vor, das ausgestopfte Tier mit nur 10 Linien zu skizzieren. Da die Anzahl der Linien beschränkt ist, muss also schon im Voraus bestimmt werden, welche Linien gezeichnet werden. Meist beschränkt sich die Auswahl dann automatisch auf die charakteristischen Linien des Tieres je nach seiner dargestellten Bewegung. Ein Bezug zu Gebietsskizzen von Naturzeichnern ist möglich.

In der zweiten Etappe sollen die SuS lernen, die Silhouette und Proportionen eines Tieres zu erfassen. Dafür stellen sie eine Glasscheibe zwischen sich und das ausgestopfte Tier. Auf der Glasscheibe ziehen sie die Spur der Umrisse nach. Diese Umrisslinien werden auf ein Zeichnungspapier übertragen und mit einer quadratischen Fläche gerahmt. Daneben wird eine Fläche mit den gleichen Proportionen mit Kreide gezeichnet. Aus dieser Fläche und mit Hilfe der Umrisslinien wird nun die Form und Silhouette des ausgestopften Tieres mit Knetgummi herausgearbeitet. Der Fokus wird somit auf das zeichnerische Erfassen des ganzen Tieres gelegt.

In der dritten Etappe wird die eigentliche Aufgabe umgesetzt, die vorgängigen Übungen dienen als Vorbereitung dafür. Die SuS zeichnen nun ihr ausgestopftes Tier im DIN A2 Format mit Kohle oder weichem Bleistift nach Beobachtung ab und führen die Zeichnung mit Tonwerten aus. Zuerst soll das Tier im Format platziert werden und die Gesamtform erfasst werden. Erst dann sollen oder können sich die SuS in Detailstudien zum Fell ect. verlieren. Um die diversen Strukturen des Fells und des Gefieders darzustellen, ist es hilfreich am Blattrand ein paar Versuche zu zeichnen. Zur Benotung gehören die Skizzen aus den vorbereitenden Übungen und die lange Zeichnung am Schluss.


Nach ihrer Ausbildung zur Lehrperson für Bildnerisches Gestalten 2002 hat Céline Froidevaux zwei Jahre lang in Paris studiert, ein Jahr davon in einem Stipendium als Künstlerin. In der eigenen künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Céline Froidevaux intensiv mit Zeichnung. Seit Sommer 2012 unterrichtet sie am Gymnasium in Biel.

Kontakt: cef@bluewin.ch

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