Zeichnungen bezeichnen 

Zeichnungen bezeichnen ist ein Dossier bzw. eine theoretische Auseinandersetzung, welche Samuel Aggeler mit einer Schwerpunktfachklasse im Fach Kunstbetrachtung am Gymnasium Oberwil realisiert hat. Ziel war es, das Gebiet der Zeichnung zu differenzieren und Begrifflichkeiten zur Zeichnung zu klären. Dazu gehört die theoretische Auseinandersetzung mit Begrifflichkeiten rund um das Zeichnen, das Betrachten von Werken, kennenlernen von Techniken und praktische Übungen im Fach Bildnerisches Gestalten.

Im Dossier werden Begriffe wie die Handzeichnung besprochen, es werden verschiedenen zeichnerische Techniken vorgestellt, es wird versucht Zeichnungen nach ihrem Inhalt zu kategorisieren, klassische Gattungen wie Skizze und Studie werden aufgelistet und erklärt, analytisches und intuitives Zeichnen werden einander gegenübergestellt und drei Werkbeispiele mit verschiedenen Herangehensweisen werden vorgestellt. Das Dossier ist aber keine theoretische Abhandlung in Worten. Denn die zeichnerischen Techniken werden beispielsweise nicht nur in Worten beschrieben, sondern auch anhand von Bildern illustriert. Die Schülerinnen und Schülern werden aufgefordert, selber Beispiele zu suchen, verschiedene Beispiele den jeweiligen Techniken zuzuordnen und sich anhand von eigenen Zeichnungen eine Beschreibung und Erfahrung der jeweiligen Techniken in Bildern anzueignen.

Ergänzend wird das Dossier nicht nur im Fach Kunstbetrachtung behandelt, sondern auch im Fach Bildnerisches Gestalten. Als praktische Erfahrung für das Zeichnen aus der Beobachtung wurden beispielsweise Seilknoten abgezeichnet, über Schraffuren, Tonwerten oder nur linear. Und für das prozesshafte Zeichnen sollten die SuS Zeichnen als Rhythmus betrachten. Sie sollen sich selber eine Art oder Regel vorgeben, wie sie zu zeichnen haben, sei es über eine anatomische Bedingung oder beispielsweise über ein Hindernis unter dem Blatt. Durch das rhythmische Aufsetzen und Führen des Stiftes, verdichtet sich eine Zeichnung. Während dem Tun befolgt man einfach eine Regel. Anschliessend betrachten und beobachten die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit. Welche Auswirkungen hatte die Regel? Was passiert da jetzt auf dem Blatt?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die SuS in diesem Alter grosses Interesse daran haben, genau und analytisch zu Zeichnen. Diesen Durst nach dem naturalistischen Darstellen kann und sollte man als Lehrperson für Bildnerisches Gestalten nicht ignorieren. Samuel Aggeler möchte, dass SuS die verschiedenen Aspekte der Zeichnung differenzieren können. Er unterscheidet zwischen vier verschiedenen Kategorien: Das Zeichnen aus der Beobachtung (Abzeichnen), das Zeichnen aus der Imagination / Fantasie, das Zeichnen aus der Erinnerung / Vorstellung und das Zeichnen als Prozess (Zeichnung erfahren, ohne zwingendes Ziel). Er versucht möglichst alle Aspekte in den Unterricht einzubauen und von den SuS zu fordern. Die letzte Kategorie ist nach seinen Erfahrungen die schwierigste Disziplin im schulischen Kontext. Es fällt Schülerinnen und Schülern oftmals schwer, die Zeichnung als solches zu wertschätzen und das Zeichnen ohne Ziel und den Akt des Zeichnens in den Vordergrund zu stellen. Samuel Aggeler ist es aber sehr wichtig, dass man über das genaue Abzeichnen hinausgeht und mit den SuS die Qualitäten einer nicht analytischen Zeichnung beobachtet. Auf dieser Schulstufe kann den SuS aufgezeigt werden, dass sie eine eigene Handschrift und eine eigenen Ausdrucksweise entwickeln können.


Samuel Aggeler arbeitet als Lehrperson für Bildnerisches Gestalten am Gymnasium und an der FMS Oberwil im Kanton Baselland. Er unterrichtet, nebst dem Bildnerisches Gestalten, auch noch Kunstbetrachtung und Gestalten am Computer. Die Ausbildung als Lehrperson hat er an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel absolviert und 2007 abgeschlossen.

Kontakt: samuel.aggeler@me.com 

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