Toys Trash n‘ Rubbish

Die Aufgabe Toys Trash n’ Rubbish stellt Andreas Schärer seinen Schülerinnen und Schülern am Vorkurs im Fachunterricht Zeichnen an der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 16 und 25 Jahre alt, selten sind es direkte Volksschulabgänger, meist kommen sie nach abgeschlossenem Gymnasium in den Vorkurs, oder bringen eine vorgängige Berufsbildung mit.

Für die Aufgabe Toys Trash n’ Rubbish sammeln die SuS plastische Objekte, welche dem Titel der Aufgabe entsprechen und bringen sie in den Unterricht mit. Während ungefähr 16 Lektionen, verteilt über 4 Wochen und jeweils 4 Lektionen pro Tag wird ein DIN A2 Blatt mit linearen Studien mehrerer Gegenstände überfüllt. Die Objekte können sich überschneiden, locker oder verdichtet gezeichnet werden. Diese dicht gezeichneten Studienblätter sind die Ausgangslage für eine BlowUp-Zeichnung. Ein ausgewählter Gegenstand wird nach Beobachtungen mit natürlicher Holzkohle auf DIN A1 gezeichnet und mit Tonwerten ausgeführt, wieder über die Dauer von 16 Lektionen, verteilt auf 4 Wochen und jeweils 4 Lektionen pro Tag. Die Holzkohle als Zeichenmaterial wird von Andreas Schärer ganz bewusst gewählt. Der Gebrauch der natürlichen Zeichenkohle scheint in der Bildenden Kunst, auch jetzt im Zeitalter der virtuellen Ausdrucksmöglichkeiten, seit Jahrtausenden nichts an Aktualität eingebüsst zu haben. Es kann mit diesem so simpel erscheinenden Werkstoff frei skizzenartig oder aber hoch naturalistisch gearbeitet werden.

Durch den Unterricht im Bildnerischen Gestalten an der Volksschule sind die SuS häufig an das Arbeiten auf kleineren Formaten gewöhnt. Dieser enormen motorischen Einschränkung und dem Zeichnen aus der Fingerbewegung, setzt Andres Schärer das Arbeiten mit grossen Formaten, mindestens DIN A2 oder DIN A1 entgegen. Überträgt man einen Gegenstand auf ein DIN A1 Format, so arbeitet man aus dem ganzen Arm heraus. Für die Betrachtung muss man von der Staffelei zurücktreten und räumliche Distanz nehmen. Durch die Erfahrung des Zeichnens aus der Armbewegung erhält man nach A. Schärer ein anderes Bewusstsein für Formate und den Ablauf eines Zeichenprozesses und erweitert so im wörtlichen Sinne nicht nur das Format sondern auch das zeichnerische Empfinden.

Dem Erstellen der überfüllten Studienblätter wird viel Zeit gelassen. Die Lehrperson leistet Hilfestellungen, wenn Gegenstände räumlich falsch gezeichnet werden. Über kognitive Momente (Lehrgang Kreisperspektive an der Wandtafel) und aus der direkten Beobachtung (Zeichnen) lernen die SuS die objektive Darstellung eines Gegenstandes. Das Wissen und die Anschauung werden so in Verbindung gebracht und das beobachtend Dargestellte kann mit dem Wissen kontrolliert werden.

Als lustvolle Auflockerungsübung werden zwischendurch Instant Sketches, rasche Pinselzeichnungen mit Tusche, angefertigt. Mit einem durch einen Bambusstab verlängerten Pinsel  wird im Stehen auf ein am Boden liegendes Blatt im DIN A1 Format gezeichnet. Die Gegenstände, welche zuvor sehr realistisch dargestellt wurden, werden durch die erschwerte Pinselführung  in einer ungelenken Art dargestellt. Im Gegensatz zum strengen Objektstudium, welches fordernd ist und viel Kontinuität und Durchhaltewille verlangt, entstehen so sehr lebendige Studien, die humorvolle zeichnerische Abkürzungen und Verdichtungen hervorbringen.


Andreas „Res“ Schärer begann seine Lehrtätigkeit 1975 an der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Er unterrichtete im Fachunterricht Zeichnen am Vorkurs (Objektstudium, Figürliches Gestalten) und in diversen Erwachsenenbildungskursen (Akt, Portrait). Im Sommer 2014 wurde er nach 39 Jahren pensioniert. 

Kontakt: as.schaerer@bluewin.ch

AS Studienblatt1AS Studienblatt3AS KröteAS Bambi

AS Instant SketchesAS Kröte_BUAS BlowUps

Bildhinweise: Schüler und Schülerinnen der Vorkursklassen A und B – Vorkursatelier Bern – Schwabstrasse 10, Bern-Bümpliz Nord. – Sf G-BB