Skizzenbuchprojekt

Das Skizzenbuchprojekt wurde vor 6 Jahren von Lukas Müller und Therese Mangold ins Leben gerufen und wird seitdem von der Fachschaft BG des Gymnasiums Bäumlihof mit den Schwerpunktklassen über alle Jahrgänge durchgeführt. Inhalte, Aufgabenstellungen und Bewertungskriterien werden gemeinsam überarbeitet, ergänzt und weiterentwickelt. Wichtig ist hierbei auch, dass jede einzelne Lehrperson Freiheiten in der Umsetzung des Skizzenbuchprojektes beanspruchen kann.

Jede/r SchülerIn erhält ein Skizzenbuch, welches im Unterricht als auch in selbstständiger Arbeit möglichst breit gefüllt werden soll. Die Lehrperson liefert Inputs zu diversen Themen, zu künstlerischen Positionen und Techniken, das Buch wird in den Unterricht integriert. Nebst kurzen Skizzen wird beispielsweise auch zu einem vorgegebenen Thema eine Lektion ab Objekt/Vorlage gezeichnet oder aus der Vorstellung (z.B. ausgehend von Sprichwörtern).

Eingang finden auch technische Übungen oder kurze Aufgaben zu Farbe, Form, Komposition. Es werden ebenso Bezüge zur Kunstgeschichte hergestellt – das Skizzenbuch wird bei Ausstellungsbesuchen als Werkzeug genutzt und es begleitet die SuS auf Exkursionen (z.B. Museumsbesuche, Schwerpunktfachreisen).

Eine Schwierigkeit und gleichzeitige Herausforderung ist es, die Motivation über eine längere Zeit aufrechtzuhalten und die SuS zum regelmässigen Arbeiten am Skizzenbuch anzuregen. Eine grundlegende Motivation ist sicher, dass die SuS ihre eigene Entwicklung verfolgen können und eigene Fortschritte erkennen. Zu jedem Eintrag wird jeweils das Entstehungsdatum notiert.

Die SuS lernen mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten und vieles auszuprobieren. Das Herstellen von Alltagsbezügen im Unterricht motiviert die SuS ihre Augen offen und wach zu halten und sie lernen Verantwortung für das Buch zu tragen. Viele SuS führen mehrere Skizzenbücher in verschiedenen Formaten.

Die sichtbaren Ergebnisse und Entwicklungsschritte innerhalb eines Prozesses regen die SuS sehr an. Sie sollen Prozesse durchlaufen, ihre Interessen und Kompetenzen weiterentwickeln, lernen sich in etwas zu vertiefen und so eine eigene zeichnerische Sprache finden. Nach und nach merken die SuS, dass es im BG nicht darum geht „schöne“ Bilder zu malen sondern um gestalterische Prozesse. Damit ist das Erproben von verschiedenen Möglichkeiten, Techniken und Materialien, sowie die Selbstkontrolle anhand einer Checkliste und die Auswahl der entstandenen Resultate gemeint.

Zu Beginn müssen sie sich daran gewöhnen, ausserhalb eines bekannten Rahmens oder einer klaren Aufgabenstellung zu zeichnen. Vermehrt lernen die SuS einen offeneren Umgang mit Zeichnung, arbeiten über einzelne Skizzenbuchseiten hinaus, wenden verschiedene Techniken in derselben Zeichnung an, machen Druckproben, Kontaktabzüge von Fotografien, etc.

Wichtig ist auch eine kritische Selbstbeurteilung und Reflexion der SuS, die sich in mündlicher und/oder schriftlicher Form ereignet. Am Ende des Schuljahres werden die Skizzenbücher nach vorgegebenen Kriterien durch die Lehrperson bewertet. Dabei ist der Austausch unter den Lehrpersonen der Fachschaft sehr wichtig.

Im Vordergrund steht einerseits das prozessartige Arbeiten, andererseits sind die Förderung zum selbstständigen Arbeiten und das Übernehmen von Eigenverantwortung zentrale Ansätze, die mit diesem Projekt verfolgt werden. Im Weiteren dient das Skizzenbuch dazu, sich beim Vorkurs der Schule für Gestaltung vorzustellen und gegebenenfalls Prüfungsfrei aufgenommen zu werden.


Das Skizzenbuchprojekt wurde von Silvia Arbogast im Namen der Fachschaft Bildnerisches Gestalten des Gymnasiums Bäumlihof eingereicht. Fachschaft BG: Silvia Arbogast, Anna-Flavia Barbier, Stefanie Hess, Mirjam Freitag, Lukas Müller.

Kontakt: silvia.arbogast@edubs.ch, lukas.mueller@edubs.ch

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